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Auf Carta.Info habe ich ein wunderbares Interview mit Prof. Dr.  Bolz gelesen: Eine sehr differenzierte Auseinandersetzung mit Social Media und unserer Zukunft, die ich sehr empfehlen möchte.

An folgender Passage hingegen habe ich mich ein wenig gestoßen:

“Es ist eine Kulturrevolution, wenn der Zugang zur Öffentlichkeit so sehr technisch und sozial erleichtert wird, dass es im Grunde überhaupt keine Gatekeeper mehr gibt.”

Was Google nicht findet, existiert auch nicht. Genau daran können wir bereits eine neue Form von Gatekeepern erkennen. Diese Position ist unabhängig von der Fähigkeit des Users, Informationen ins Netz zu stellen. Eine Relevanz erhält die Information erst, wenn sie bemerkt, also gefunden wird. Damit muss auch der Begriff der Öffentlichkeit überprüft werden.

Gleiches gilt insbesondere für soziale Netze. Die ersten Entwicklungen von Social Search sind bereits in der Mache. Die Relevanz von Suchergebnissen wird in Zukunft also zunehmend durch unser soziales Netzwerk bestimmt. Dies hat Vor- wie auch Nachteile. Es stellt sich die Frage, welche Kontroll- und Eingriffsmöglichkeiten werden wir in Zulunft haben, solche Suchfunktionen zu beeinflussen, um z.B. offenen Schnittstellen zu anderen sozialen Netzstrukturen schaffen zu können.

Prof. Dr. Bolz bemert meiner Ansicht nach trefflich, “dass die Welt in Programmierer und Programmierte zerfällt”. Hier zeigt sich ja besonders eine neue Funktion von möglichen Gatekeepern, in diesem Fall die Programmierer. Diese Gatekeeper-Funktion versteckt sich heutzutage leider in Sphären, die für die meisten Nutzer nicht direkt ersichtlich oder nachvollziehbar sind, nämlich in  Programmcodes. Umso wichtiger sollte eine gesunde Skepsis gegenüber den uns angebotenen Algorithmen werden.

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