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Die Telekom hat nun ihrem internen Papier ihre Vorstellung von Netzneutralität und Qualitätsklassen definiert. Dabei haben die als “besonders empfindliche Dienste” angeführten Beispiele – wie die Steuerung von Stromnetzen – nun wirklich nicht viel mit dem Versuch zu tun, aus übertragungsintensiven Diensten, wie z.B. dem Videostreaming, mehr Umsatz zu generieren.

Ich denke Thema der Debatte sollte doch vielmehr die Abgrenzung der einzelnen Qualitätsklassen voneinander sein. Auf ersten Blick klingt es ziemlich einfach: Sreaming-Dienste werden nur mit Streaming-Diensten, oder RSS-Feeds nur mit RSS-Feeds in eine Qualitätsklasse gesteckt. Aber nochmal: Wer definiert diese Klassen? Was passiert wenn ich z.B. meinen Videostream verschlüssele, so dass der Netzanbieter nicht mehr nachvollziehen kann um was für eine Art von Dienst es sich handelt *. Ergo müsste also jeder Anbieter seinen Dienst bei der Telekom in einer entsprechenden Qualitätsklasse anmelden, um weiterhin in dem Segment neutral behandelt zu werden. Klingt mir eher nach Volkszählung für Diensteanbieter. Sollten ähnliche Automatismen erst einmal geschaffen und akzeptiert sein, so ist es nicht weit davon entfernt für ALLE Qualitätsklassen eine entsprechende Gebühr erheben zu können. Immer mit dem Argument der nachweisebaren Netzbelastung.

Der Vergleich der “besonders empfindliche[n] Dienste” – wie die Steuerung von Stromnetzen – soll den Bürger doch nur davon ablenken, dass es in Wirklichkeit darum geht Gebühren für den gesamten Internetverkehr zu erheben.

*Update:
Das Filtern von Daten und die automatische Einordnung in entsprechende Qualitätsklassen kann z.B. auch über Deep Packet Inspection erfolgen. Tests im Bereich P2P-Netzwerke haben jedoch immer noch Probleme bei der 100 prozentigen Erkennung
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