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In meinem Beitrag über kostenlose und werbefinanzierte Kinofilme im Internet ging es um neue Marktteilnehmer, die den DVD-Verleihern Konkurrenz machen. Bei einigen Verbänden habe ich nachgefragt, welche Stellung sie zu der aktuellen Entwicklung haben. Nur von einem habe ich bis heute eine Antwort bekommen, eine ziemlich erschreckende. Angefragt habe ich

Folgende Antwort bekam ich vom IVD:

Wenn fast jeder aktuelle Kinofilm illegal vor dem Video- oder VoD-Start erhältlich ist, haben legale Plattformen und lokale Händler ein großes gemeinsames Problem. Da sind die von Ihnen aufgeworfen Fragen nebensächlich und die Gratis-Verteilung manch „alter Schinken“ regt da niemanden auf.

Verständlich ist die Haltung sicherlich in Hinblick auf „alte Schinken“. Doch der grundsätzlichen Tendenz, in der Online-Plattformen den DVD-Verleih ersetzen, wird damit nicht Rechnung getragen. Auf Heise gibt es zu diesem Trend einen schönen Artikel mit dem Titel „Das Sterben der US-Videotheken“. Genau um diese Thematik scheint sich die DVD-Branche keine Gedanken zu machen, oder die Verbände wollen zur Ausweglosigkeit der Situation nicht öffentlich Stellung beziehen. Wenn die DVD-Verleiher nicht bald neue Geschäftsmodellen entwickeln, wird es auch bei uns bald weniger Videotheken geben. Nicht dass ich darum trauern würde. Auch meine Filme kommen seit langem als Stream nach Hause.

Wie jedoch eine ganze Branche dieser Thematik so ignorant gegenüber stehen kann verwundert mich sehr, schließlich geht es hier um Millionen. Und der typische Viedeotheken-Betreiber unseres Vertrauens wird wohl keine Umschulung zum VOD-Streaming-Spezialisten machen. Vielleicht muss die digitale Kultur-Evolution aber auch einfach überkommene Märkte schlucken. Die Substitutionsgattung ist ja bereits an der Startlinie, einige Teilnehmer schon gestartet.

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